Pannkaukenwagen

Pannkaukenwagen

Seit etwa 1950 ist in Mingerode der Pannkaukenwagen im seinerzeitigen Fastnachtsumzug neben dem Prinzenwagen zur Tradition geworden. In der Regel waren es die gleichen Personen, die sich um das Pfannkuchen-Backen bemüht haben.

Alle Dörfer des Eichsfeldes haben einen Necknamen oder nach alter Bezeichnung einen Tarneitsnamen. Die Mingeröder werden die Pannkauken (plattdeutsch) genannt. Sogar die drei sehr alten Kirchenglocken (1957 kam eine vierte hinzu.) sollen diesen Namen Pannkauken gerufen haben. Die Anreischken aus Duderstadt schlugen sich in Mingerode nicht nur gern mit Mettwurst (Kälberblase oder Feldkieker) den Bauch voll, sondern auch mit Minjeröschen Pannkauken.

In den alten Bauernfamilien wurde der Pfannkuchen immer mit Specksalat (Grundlage Kartoffeln) serviert. Sogar das Wappen der früheren Gemeinde Mingerode, welches 1951 verliehen wurde, zeigt eine goldene Scheibe, welche den Pfannkuchen versinnbildlichen soll.

Die Tradition hat auch der Carnealsverein von 1978 wieder aufgegriffen. War es in den 50er Jahren noch ein mit Girlanden und Tannengrün geschmückter Wagen, so entwickelte der Präsident des Carnevalsvereins Karl-Heinz Marschall im Laufe der Zeit daraus einen schmucken Spezialwagen, der in jedem Jahr mit reichlich Zierrat, nämlich hunderten von farbenfrohen Papierrosen, versehen wird, die von der Besatzung gebastelt werden. Geblieben ist der mit Holz zu heizende Herd.

Fast 25 Jahre war Hilde Otto als führende Kraft dieser Tradition verbunden. Meist wurde in ihrem Haus zum Rosenmonntagsumzug der Wagenschmuck vorbereitet und der Pfannkuchenteig angerührt. Daraus entstanden mehr als tausend Pfannkuchen, die auf Papptellern kostenlos an die Zuschauer serviert wurden.
Seit mehreren Jahren ist die Ortschaft Mingerode froh über die Existenz dieses Wagens. Als Traditionswagen hat er Mingerode immer eindrucksvoll in den Umzügen bei Ortsjubiläen anderer Orte repräsentiert.